ÖBB Stützpunktlogistik

Die ÖBB-Traktion GmbH ist unter anderem zuständig für die Bewirtschaftung und Einsatz der Lokomotiven und des dazu gehörenden Personals. Das bisherige System stieß aufgrund der steigenden Anzahl von Fahrten an seine Grenzen, sodass die RISC Software GmbH beauftragt wurde, eine neue, intuitive grafische Oberfläche für die Stützpunktlogistik zu entwickeln. Die Software erleichtert die tägliche Arbeit der ÖBB-Mitarbeiter und führt zur schnelleren Disposition mit weniger Fehlern.

6.800 Züge verkehren jeden Tag auf dem Schienennetz der Österreichischen Bundesbahnen (ÖBB). Zur Zurücklegung der 130 Millionen Zugkilometer pro Jahr ist es erforderlich, 1.230 Triebfahrzeuge und 311 Triebwagen zu disponieren. Um jeden Tag den eng gesteckten Fahrplan einhalten zu können, ist eine gut funktionierende Logistik sehr wichtig. Es gilt sicher zu stellen, dass Loks, Wagen und stets zur richtigen Zeit am richtigen Ort sind.

Um diese Anforderungen erfüllen zu können hat die ÖBB-Traktion GmbH ein Logistikprojekt aufgesetzt, sodass die Züge der ÖBB immer verfügbar sind und die Passagiere möglichst pünktlich ihre Zielorte erreichen. Zwischen den jeweiligen Reisen werden die Lokomotiven in so genannten Remisen (Stützpunkten) abgestellt, die über ganz Österreich verteilt sind. Dort werden sie für den nächsten Einsatz vorbereitet, gewartet und gereinigt. Für die Stellplatzdisposition in den Remisen hat die RISC Software GmbH im Auftrag der ÖBB-Traktion eine Anwendung entwickelt, die eine Web-basierte, grafische Darstellung der Remise, der Gleise und Standorte der jeweiligen Loks ermöglicht.

Der Remisenoberaufseher ist verantwortlich, dass in seinem Bereich die Standzeiten der Loks eingehalten werden und alle Ein- und Ausfahrten reibungslos funktionieren. Er sorgt dafür, dass ankommende Fahrzeuge einen Stellplatz bekommen und die abfahrenden Triebwagen und Lokomotiven freie Fahrt haben. Bisher wurde die Logistikplanung in den Remisen der ÖBB mittels einer listenbasierten Darstellung der abgestellten Lokomotiven abgewickelt. Dies war aber aufgrund der steigenden Zahl an Ein- und Ausfahrten – bis zu 500 pro Tag – nicht mehr praktikabel und effizient. Daher suchte die ÖBB-Traktion nach einer Lösung, die das Gleisbild und alle dort abgestellten Loks und Triebwagen grafisch und übersichtlich darstellen sollte. Zudem sollte die Anwendung einfach und intuitiv zu bedienen sowie leicht anpassbar sein. Zur Realisierung des Projekts wandte sich die ÖBB-Traktion an die RISC Software GmbH.

Seit Dezember 2005 ist die neue Stützpunktlogistik bei den Österreichischen Bundesbahnen im Einsatz. Die Anwendung kann in jedem beliebigen Webbrowser gestartet werden. Im System wird die aktuelle Einfahrtsliste periodisch aus dem Triebfahrzeug-Dispositionssystem der ÖBB übernommen und angezeigt. Anhand der grafischen Übersicht kann sich der ROA schnell über die aktuelle Stellplatzauslastung informieren und die Positionierung der ankommenden Lokomotiven entsprechend vorsehen. Fahrzeuge, die innerhalb der nächsten zehn Minuten ausfahren sollen, werden optisch hervorgehoben. Die Zuordnung von Lok zu Stellplatz bei der Einfahrt und die Verschiebung in den jeweiligen Ausfahrtsbereich erfolgt per Drag & Drop. Darüber hinaus werden Wartungsinformationen zu den Loks sowie Informationen für den Lokführer im neuen System dokumentiert, die dank Web-basierter Oberfläche leicht abgefragt werden können. Für alle Gleise wird festgehalten, welches Fahrzeug wie lange wo platziert war.

Die Mitarbeiter der ÖBB haben nunmehr eine exklusive Softwarelösung, die ihnen die tägliche Arbeit erleichtert und können der steigenden Zahl der Ein- und Ausfahrten der Lokomotiven mit Gelassenheit entgegensehen.