SCHWERPUNKTE

  • Diagnostische Methoden und Werkzeuge (der „sichtbare“ Körper)
  • Therapeutische Methoden und Werkzeuge (der schonende Eingriff)
  • Simulation therapeutischer Eingriffe
  • Methoden und Werkzeuge zur Früherkennung und Prävention
  • Methoden und Werkzeuge zur Linderung körperlicher Behinderungen
  • Methoden und Werkzeuge zur Gesundheitsberatung
  • Methoden und Werkzeuge zur Gesundheitsberichtserstattung
  • Methoden und Werkzeuge für das Management und den Betrieb von
  • Informationssystemen im Gesundheitswesen
  • Methoden und Werkzeuge für die medizinische Dokumentation
  • Methoden und Werkzeuge zur Dokumentation medizinischen Wissens
  • und zur wissensbasierten Entscheidungsunterstützung
Im Zuge der wissenschaftlichen Bearbeitung von Themengebieten im Rahmen des definierten Umfeldes wird die Initiierung von fachspezifischem Know-how Transfer durch eine Kooperation mit kompetenten Partnern in Wirtschaft und Medizin angestrebt. Der primäre Nutzen ergibt sich aus der Bereitstellung von Produkten bzw. Lösungen für Mediziner und Patienten, mit dem Ziel, quantitative und/oder qualitative Verbesserungen hinsichtlich Verfahrensweisen und Methodiken in medizinischen Prozessen im Umfeld von Gesundheitssystem, Forschung und Patientenversorgung zu erreichen.
 

Medizinische Bildverarbeitung und Visualisierung

Das Ziel des Forschungsbereichs Medizinische Bildverarbeitung ist die Entwicklung eines universellen Softwarewerkzeugs zur einfachen und schnellen 3D Rekonstruktion von  medizinischen Bilddaten (MR, CT, etc.). Basierend auf den Grauwertschichtdaten dieser bildgebenden Verfahren kann die Software das aufgenommene Volumen dreidimensional visualisieren. Das System markiert Areale in denen eine krankhafte Ausdehnung der Gefäßwand (Aneurysma) erkannt wird und kann verschiedene Maßzahlen wie Durchmesser, Volumen, Schnittflächen, etc. berechnen. Dies kann in Echtzeit durch direkte Interaktion mit dem 3D Volumen vom Arzt weiter verfeinert werden. Dadurch wird einerseits die Diagnose unterstützt, sowie eine qualitative Bewertung des Therapiefortschritts ermöglicht.

Die rekonstruierten 3D Geometriedaten können auf Knopfdruck in ein Computersimulationsmodell integriert werden. Mittels der Finiten Elemente Methode (FEM) kann der Blutfluss im Gehirn simuliert werden. Die aufwendigen numerischen Lösungsverfahren werden mittels Algebraic MultiGrid Verfahren (AMG), High Performance Computing (HPC) und mittels modernster GPU Programmierung hardwarebeschleunigt berechnet. Je nach Komplexität der Gefäßstruktur dauert ein Simulationszyklus von mehreren Minuten bis zu vielen Stunden dauern. Die Simulation kann Geschwindigkeits- und Druckfelder sowie Oberflächenspannungen an den Gefäßwänden berechnen und auch die Ausdehnung der Gefäße durch den Herzschlag berücksichtigen. Damit kann das Risiko für eine Hirnblutung sowie adäquate Therapiemaßnahmen ermittelt werden.  Gemeinsam mit den Ärzten wird das System nun im klinischen Einsatz evaluiert und die ermittelten Ergebnisse in einer zentralen Datenbank abgelegt. Dadurch sollen die mechanischen Prozesse bei der Entstehung und dem Wachstum von Aneurysmen weiter erforscht werden.

Die Software wird von der Forschungsabteilung Medizin-Informatik der RISC Software GmbH und der Firma DTech in Zusammenarbeit mit den beiden führenden oberösterreichischen Zentren, der Landesnervenklinik Wagner Jauregg der GESPAG und dem Allgemeinen Krankenhaus Linz entwickelt und im klinischen Einsatz evaluiert. Das Forschungsprojekt wird mit Mitteln des Landes Oberösterreich, der GESPAG sowie aus dem MODSIM-Programm der österreichischen Forschungsförderungsgesellschaft (FFG) und des BM:VIT finanziert. 
 

www.risc-mi.at