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Hagenberger Logistiksystem für Rübenbauern

12.000 Rübenbauern in Österreich produzieren Jahr für Jahr rund 3,5 Millionen Tonnen Zuckerrüben. Der Weg in eine der drei Verarbeitungsfabriken in Tulln, Leopoldsdorf oder Hohenau führt über Übernahmestellen. Damit die Zuckerrüben so kostengünstig und effizient wie möglich vom Feld in die Fabriken kommen, wurde im Institut für symbolisches Rechnen (RISC Software GmbH) im Softwarepark Hagenberg ein spezielles Rübenlogistikprogramm entwickelt.
EU-Auflagen stellen eine Herausforderung dar

Österreich hat das einzige dezentralisierte Rübenlogistiksystem Europas: Zuckerrüben werden vom Bauern zu einer Übernahmestelle transportiert, bevor sie von dort in die Fabriken gehen. In den anderen Ländern werden die Zuckerrüben am Feldrand gelagert, bis sie abgeholt werden. Dies ist jedoch in Österreich wegen der starken Wetterschwankungen nicht möglich.
Nach dem EU-Beitritt gerieten die Übernahmestellen jedoch ins Visier der EU-Wettbewerbsbehörde. Die Zahl der Übernahmestellen musste von ursprünglich 128 auf 54 reduziert werden. Die in Zusammenarbeit mit der VÖR Rübenbauern Vertretungs- und Übernahme GmbH und Kollmann & Partner Logistik- und Systemberatung entwickelte Transportlogistiksoftware lieferte dafür die entsprechenden Entscheidungsgrundlagen. Darüber hinaus konnte dadurch das gesamte Anlieferungssystem optimiert werden.
Ein komplexes Unterfangen

Die 54 jetzt bestehenden Übernahmestationen sind bereits Ergebnis der Logistiksoftware. Dazu wurden die unterschiedlichen Rahmenbedingungen, wie produzierte Rübenmengen, verschiedene Liefermodelle zu den Stationen, Verarbeitungskapazität der Rübenfabriken, etc. erfasst. Das Ergebnis ist ein optimiertes Logistiksystem. Die Software hat sogar gezeigt, dass eine zentrale – neu zu errichtende – Übernahmestation für die Rübenbauern kostengünstiger sein kann als mehrere Übernahmestationen in einer Region.
Situation konnte verbessert werden

Die Übernahmestationen befinden sich in der Hand der Rübenbauern selbst. Sie wurden mit Unterstützung einer nationalen Förderung vom VÖR gekauft. Durch das Computersystem aus Hagenberg konnte die Situation der Rübenbauern, die sich durch die höheren Transportkosten vom Feld zur Station eigentlich verschlechtert hätte, den Umständen entsprechend optimal gestaltet werden.